Léonard Bertholet

acteur, comédien, danseur

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Pädra

von Jean Racine
nach der Übersetzung von Friedrich Schiller
Regie Olivier Keller & Patric Bachmann
TOBS!

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Nur Hippolyt,
Hält seine Pferde an, faßt sein Geschoß,
Zielt auf das Untier, und aus sichrer Hand
Den mächt’gen Wurfspieß schleudernd, schlägt er ihm
Tief in den Weichen eine weite Wunde.
Auf springt das Ungetüm vor Wut und Schmerz,
Stürzt vor den Pferden brüllend hin, wälzt sich
Und gähnt sie an mit weitem flammenden Rachen,
Der Rauch und Blut und Feuer auf sie speit.
Sie rennen scheu davon, nicht mehr dem Ruf
Der Scmme, nicht dem Zügel mehr gehorchend.
Umsonst strengt sich Hippolyt an; sie röten
Mit blut’gem Geifer das Gebiß; man will
Sogar in dieser schrecklichen Verwirrung
Einen Gott gesehen haben, der den Stachel
In ihre staubbedeckten Lenden schlug.
Quer durch die Felsen reißt die Furcht sie hin,
Die Achse kracht, sie bricht; dein kühner Sohn
Sieht seinen Wagen morsch in Stücken fliegen,
Er selbst stürzt und verwirrt sich in den Zügeln.
Ich sahe deinen heldenmüth’gen Sohn,
Sah ihn geschleift, Theseus, von diesen Rossen,
Die er gefüttert mit der eignen Hand.
Er will sie stehen machen; seine Stimme
Erschreckt sie nur; sie rennen um so mehr.
Bald ist sein ganzer Leib nur eine Wunde.
Die Ebne hallt von unserm Klaggeschrei;
Ihr wütend Ungestüm läßt endlich nach,
Sie halten still, unfern den alten Gräbern,
Wo seine königlichen Ahnen ruhn.
Ich eile seufzend hin, die Andern folgen,
Der Spur nachgehend seines edlen Bluts;
Die Felsen sind davon gefärbt; es tragen
Die Dornen seiner Haare blut’gen Raub.

—

Fotos ©
Joel Schweizer

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